Veranstaltungen anlässlich des 200. Todestages von Theodor Körner

Theodor Körner
Theodor Körner

Der im November 2003 gegründete Verein Mahn- und Gedenkstätten im Landkreis Ludwigslust-Parchim e.V. ist Träger der Mahn- und Gedenkstätten Wöbbelin (Theodor –Körner- Museum und KZ-Gedenkstätte Wöbbelin) und legt besonders große Aufmerksamkeit auf den Erhalt und die Förderung dieser Einrichtung. Die Mahn- und Gedenkstätten Wöbbelin sind ein Ort der Auseinandersetzung mit Geschichte und Gegenwart. Anlässlich des 200. Todestages von Theodor Körner im August 2013 plant der Verein verschiedene Veranstaltungen, zu denen regionale Gäste erwartet werden, aber auch Besucher aus ganz Deutschland.
Die kritische Auseinandersetzung mit Theodor Körner und der Gebrauch und Missbrauch seiner Person in den nachfolgenden Jahrhunderten durch Politik und Gesellschaft ist ein Schwerpunkt der inhaltlichen Arbeit.
Als Mitglied des Lützower Freikorps war der Dichter Theodor Körner 1813 in den „Befreiungskriegen“ gegen Napoleon in der Nähe von Gadebusch bei einem Gefecht getötet und in Wöbbelin bestattet worden. Der Herzog Friedrich Franz I. von Mecklenburg- Schwerin machte Körners Vater die Eichen nebst einer Fläche von „48 Quadraturen erb- und eigentümlich“ zum Geschenk und stellte Steine und Kalk zum Umfassen des Grabes unentgeltlich zur Verfügung. Im Jahr 1814, am 29. September, ließ der Vater das Denkmal mit „Leyer und Schwert“ errichten, das Theodor Körner zum „Sänger und Held“ erhob. Nach seinem Tod wurde das Leben des bekannten Schriftstellers für politische Zwecke immer wieder instrumentalisiert. So stilisierten zum Beispiel die Nationalsozialisten den Dichter zum Kriegshelden und Kämpfer für das Vaterland und missbrauchten ihn öffentlichkeitswirksam für ihre eigene Propaganda: 1938 errichteten sie ihm in Wöbbelin ein Museum und einen „Heldenhain“.
Die Wirkungsgeschichte Körners ist sehr wechselhaft und problematisch. Jede Epoche hat sich also ihr eigenes Körnerbild geschaffen. Am Beginn der Körnerehrung steht jedoch die liberale Bewegung, denn erstmals hatte es 1863 eine große Feier an der Grabstätte der Familie gegeben.
In der Ausstellung „Theodor Körner. 1791 – 1813. Poet und Patriot. Seine Erhebung zum Idol“, die seit 1997 Bestandteil der Mahn- und Gedenkstätten ist, wird die Biographie des Schriftstellers im historischen Kontext ebenso aufgezeigt wie seine politisch-ideologische Vereinnahmung durch nachfolgende Generationen.

Es ist dem Verein als Träger der Bildungs- und Öffentlichkeitsarbeit wichtig, dass demokratische Kräfte sich dieses Themas der Heimatgeschichte annehmen und sich engagiert um die Vorbereitung einer Gedenkwoche anlässlich des 200. Todestages des Dichters Theodor Körners einsetzen und verschiedenste Veranstaltungen mit verschiedenen Trägern der Bildung organisieren.

Eine Arbeitsgruppe unter Leitung der Geschäftsstelle des Vereins Mahn- und Gedenkstätten im Landkreis Ludwigslust-Parchim und der Mahn- und Gedenkstätten Wöbbelin mit verschiedenen Vertretern des Beirates, des Landkreises Ludwigslust-Parchim, des Amtes Ludwigslust- Land und der Gemeinde Wöbbelin, des Landkreises Nordwestmecklenburg und der Gemeinde Lützow hat sich im September 2012 gebildet, um verschiedene Veranstaltungen im Rahmen der Gedenkwoche zu organisieren.
Eine differenzierte Betrachtung Körners in seiner Zeit und die Darstellung der Folgen seiner Verherrlichung durch totalitäre Ideologien stehen im Zentrum des Gedenkens an Theodor Körner im August/September 2013.

Folgende Vorhaben sind an den Orten Wöbbelin, Ludwigslust, Parchim geplant:

Grabmal von Theodor Körner
Grabmal von Theodor Körner

Eine Fachtagung „Theodor Körner und die Folgen“ am Freitag, dem 23.08.2013, in Ludwigslust zu den Ergebnissen der Körnerforschung soll am Beginn der Veranstaltungsreihe stehen.
Durch das Mecklenburgische Landestheaters Parchim werden Theateraufführungen, ein Feature zur Person Körners, als Begleitprogramm angeboten. Gedenkveranstaltungen an der Grabstätte Theodor Körners und seiner Familie sowie die Vorstellung der Ergebnisse der Spurensuche der Kinder und Jugendlichen zum Thema „Theodor Körner-ein Held!?“ werden auch durch den Förderverein der Mahn- und Gedenkstätten Wöbbelin, das Amt Ludwigslust-Land und die Grundschule Wöbbelin und die IG Lützower Jäger Rosenberg unterstützt.
Am Nachmittag des 24. August 2013 sind in Wöbbelin verschiedene Vorführungen/Beiträge geplant (siehe Anlage Veranstaltungsübersicht).
Eine Sonderausstellung zu besonderen Werkausgaben, Postkarten und Dokumenten wird von Anfang August bis Ende Oktober in den Mahn- und Gedenkstätten präsentiert.

200. Todestag von Theodor Körner 2013

  • Die Landtagspräsidentin Sylvia Bretschneider eröffnet die Fachtagung in Ludwigslust.
  • Gespannt lauschen die Teilnehmer der Fachtagung den Körnerexperten.
  • Premiere des Stücks „Das war ich“ durch das Mecklenburgische Landestheater Parchim.
  • Die Finanzministerin Heike Polzin begrüßt die Gäste zur feierlichen Enthüllung des Grabdenkmals.
  • Enthüllung des restaurierten Grabmals „Leyer und Schwert“ von Theodor Körner durch die Leiterin der Mahn- und Gedenkstätten Wöbbelin Ramona Ramsenthaler
  • Gedenkveranstaltung mit rund 250 Gästen
  • Foto 6 b
  • Aufführung der 4. Klasse der Grundschule „Theodor Körner“ I
  • Aufführung der 4. Klasse der Grundschule „Theodor Körner“ II
  • Interessengemeinschaft Lützower Freicorps e. V. Rosenberg
  • Auftritt des Rastower Chores
  • Schülerprojekte zum Thema Körner.
  • Schüler der Grundschule Wöbbelin beim Zeichenworkshop.
  • Schülerwrokshop mit der 7. Klasse der Regionalen Schule mit Grundschule „Theodor Körner“

Schülerprojekt

Die Schüler und Schülerinnen der Grundschule Theodor Körner kamen vor kurzem zu einem besonderen Unterricht in die Mahn- und Gedenkstätten Wöbbelin. Sie wollten mehr über ihren Namensgeber der örtlichen Grundschule erfahren. Dieses Mal ging es um seine Gedichte. Im Vorfeld hatten sich die Kinder überlegt, was heute für sie Helden sind und welche Charaktereigenschaften sie haben sollten. Dabei entstanden bereits interessante Gedichte.

Zum Beispiel:
Ein Held ist für mich ein Feuerwehrmann,
er zeigt ganz schnell was er kann.
Und ist auf der Straße etwas passiert,
ist seine Hilfe stets garantiert.
Linus Tiede

Früher besiegten Ritter Drachen und machten ganz gefährliche Sachen.
Sie retteten Prinzessinnen und andere Leute und waren für Räuber eine fette Beute.
Heute sind Helden mutig und schlau,
und gibt es irgendwo ein Radau,
so setzen sie sich für die Schwachen ein
und helfen ihnen, das ist fein!
Eine Erzieherin, eine liebe Frau,
half einen Jungen, der fiel in einen alten Bau.
Es war ein vergessener Schacht
und sie hat nicht lange nachgedacht.
Sie sprang hinterher und rettete sein Leben,
so sind Helden von heute eben.
Klasse 3b

Sprache in Bildern
Sprache in Bildern
Am eigentlichen Projekttag beschäftigten sich die Schüler mit den Gedichten. „Spielmann und Zither“ und dem „ Bergmannslied“. Extra aus Berlin angereist, war Matthias Illner, ein Maler. Er erzählte den Acht- und Neunjährigen wie er seine Zeichnungen zu malen beginnt. Auf welche Details geachtet werden sollte, welche Maltechniken sich besonders gut eignen und wie durch die Farbgestaltung die Stimmungen auf den Zeichnung ausgedrückt werden können. Herr Illner zeigte im Anschluss einige Ideen, welche er zum Bergmannlied hatte. Unter fachkundiger Anleitung entstand dann in den Räumen der Mahn- und Gedenkstätten Wöbbelins die Umsetzung von Sprache in Bilder. Zwischendurch gab es immer wieder Lob vom Maler und wichtige Inspirationen, damit aus den Zeichnungen kleine Kunstwerke wurden. Und das sind sie auch geworden. Jeder Schüler konnte zum Ende stolz eine gelungene Zeichnung vorweisen.