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„Jenseits des Guten und Schönen – Unbequeme Denkmale?“

2013-09-04 09:22

Der diesjährige Tag des Offenen Denkmals hat bundesweit das Motto: „Jenseits des Guten und Schönen – Unbequeme Denkmale?“ Das ist ein Motto wie geschaffen für die Mahn- und Gedenkstätten Wöbbelin im Spannungsfeld zwischen Erinnerung an Theodor Körner, vor 200 Jahren gefallen im so genannten Befreiungskampf gegen Napoleon, gegen die Französische Besatzung Deutschlands und Erinnerung und Gedenken an die Opfer des KZ-Außenlagers bei Wöbbelin, die in der Mehrheit aus Frankreich und den Niederlanden kamen. Darunter befanden sich viele Männer, die als politische Gefangene in deutsche Konzentrationslager gesperrt wurden, weil sie aktiv gegen die deutsche Besatzung gekämpft hatten.

Die Mahn- und Gedenkstätten Wöbbelin nehmen die Verantwortung wahr, an beide Themen zu erinnern und zu gedenken.

Deshalb wurde auch anlässlich des 200. Todestages des Dichters und Freiheitskämpfers Theodor Körner das Grabdenkmal von 1814 restauriert, mit finanzieller Unterstützung der Stiftung der Sparkasse Mecklenburg–Schwerin und handwerklichem Geschick durch den Metallrestaurator Frank Haidan aus Schwerin.

Ramona Ramsenthaler gibt an der Grabstätte Theodor Körners und seiner Familie einen Einblick in die Geschichte des Grabdenkmals und vermittelt Informationen zur Restauration. Treffpunkt ist um 11 Uhr vor dem Museumseingang.

„Jenseits des Guten und Schönen“, belastet durch die Erinnerung an mehr als 1000 Opfer aus über 20 Nationen, erinnern die Mahn- und Gedenkstätten an die Geschichte des KZ Wöbbelin, des letzten Außenlagers von Neuengamme, das erst im Februar und März 1945 errichtet wurde.. Zur Zeit wird eine neue Dauerausstellung erarbeitet.

Ab 14 Uhr stellt die Historikerin , Dr. Angelika Königseder, brisante Rechercheergebnisse vor, darunter auch Filmaufnahmen vom Mai 1945. Viele neue Dokumente aus den Archiven in den USA bzw. auch dem Stadtarchiv Ludwigslust wurden von ihr ausgewertet. Ganz ist es jedoch noch nicht gelungen, das „Dunkel“ um das kleine Holzbarackenlager „Reiherhorst“ zu klären. Im Verständnis des NS-Kreisleiters Grube aus Ludwigslust waren die KZ-Häftlinge „nur“ dazu da, ein neues Lager zu bauen. Im Januar 1945 wurde sogar noch ein Organisation Todt Wöbbelin eingerichtet. Welchen Zweck hatte dieses Lager „Reiherhorst“ , das von italienischen Militärinternierten aus Rastow–Pulverhof im Herbst 1944 gebaut wurde? Wann wurde das Anschlussgleis direkt an der Gemarkungsgrenze zwischen Groß Laasch und Wöbbelin errichtet.

Gesichert ist die Geschichte des neuen Steinbarackenlagers, welches ab dem 15. April 1945 zum Auffanglager für fünf Evakuierungstransporte aus anderen Außenlagers des KZ Neuengamme wurde. Die neue interaktive Ausstellung wird den Opfern des KZ Wöbbelin ein Gesicht geben. Sie wird mit finanzieller Unterstützung der LEADER-LAG Südwestmecklenburg und durch Kofinanzierung durch die Landeszentrale f. politische Bildung M-V gefördert.

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