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Gedenkveranstaltung am 27. Januar 2019 in Ludwigslust

2019-01-27 14:30

Der Verein Mahn- und Gedenkstätten im Landkreis Ludwigslust-Parchim e. V. erinnert am Gedenktag für die Opfer des Nationalsozialismus an alle Opfer des nationalsozialistischen Rassenwahns und des Völkermordes.

Seit 1996 ist der 27. Januar auf Initiative des damaligen Bundespräsidenten Roman Herzog offizieller deutscher Gedenktag. Am 27. Januar 1945 wurde das Vernichtungslager Auschwitz-Birkenau durch Soldaten der Roten Armee befreit.

Am Sonntag, dem 27. Januar 2019, findet um 14:30 Uhr an der Gedenkstätte Am Bassin in Ludwigslust eine Kranzniederlegung statt. Im Anschluss wird um 15:00 Uhr im Rathaus Ludwigslust die Schriftstellerin Natascha Wodin, Berlin, aus ihrem Buch "Sie kam aus Mariupol" lesen. Für dieses außergewöhnliche Buch einer Spurensuche erhielt sie 2017 den Literaturpreis der Leipziger Buchmesse.

Natascha Wodin geht dem Leben ihrer ukrainischen Mutter nach, die aus der Hafenstadt Mariupol stammte und mit ihrem Mann 1943 als „Ostarbeiterin“ nach Deutschland verschleppt wurde. Sie erzählt beklemmend, ja bestürzend intensiv von der Zwangsarbeit in der NS-Zeit. „Wenn du gesehen hättest, was ich gesehen habe" - Natascha Wodins Mutter sagte diesen Satz immer wieder und nahm doch, was sie meinte, mit ins Grab. Da war die Tochter zehn und wusste nicht viel mehr, als dass sie zu einer Art Menschenunrat gehörte, zu irgendeinem Kehricht, der vom Krieg übriggeblieben war. Wieso lebten sie in einem der Lager für „Displaced Persons“, woher kam die Mutter, und was hatte sie erlebt? Erst Jahrzehnte später öffnet sich die Blackbox ihrer Herkunft, erst ein bisschen, dann immer mehr.

Für die Gedenkstätten in unserem Land bedeutet es vor allem, an den historischen Orten darauf hinzuweisen, welche Gefahren einer Gesellschaft aus der Verletzung von Demokratie und Menschenrechten erwachsen können. In Erinnerung an die Opfer und nur durch eine aktive Auseinandersetzung mit der Geschichte können Grundwerte wie Frieden, Freiheit und Demokratie vermittelt werden. Roman Herzog formulierte 1996 „Die Erinnerung darf nicht enden; sie muss auch künftige Generationen zur Wachsamkeit mahnen. […]Sie soll Trauer über Leid und Verlust ausdrücken, dem Gedenken an die Opfer gewidmet sein und jeder Gefahr der Wiederholung entgegenwirken.“

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