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Gedenken an die Opfer des Nationalsozialismus – die Erinnerung darf nicht enden

2016-01-20 12:22

Denkmal Am Bassin, 1951, Herbert Bartholomäus, rechts die neuen Klinkerpodeste
Denkmal Am Bassin, 1951, Herbert Bartholomäus, rechts die neuen Klinkerpodeste

1996 wurde der Jahrestag der Befreiung des Vernichtungslagers Auschwitz auf Initiative des damaligen Bundespräsidenten Roman Herzog offizieller deutscher Gedenktag an die Opfer des Nationalsozialismus - am 27. Januar 1945 hatten Soldaten der Roten Armee das Konzentrationslager Auschwitz befreit. Auschwitz wurde zum Synonym für den Massenmord der Nationalsozialisten an den europäischen Juden. Der Tag des Gedenkens erinnert an alle Opfer eines beispiellosen totalitären Regimes, an die Millionen Menschen, die unter der nationalsozialistischen Gewaltherrschaft entrechtet, verfolgt, gequält und ermordet wurden. Roman Herzog formulierte schon 1996 „Die Erinnerung darf nicht enden; sie muß auch künftige Generationen zur Wachsamkeit mahnen. Es ist deshalb wichtig, nun eine Form des Erinnerns zu finden, die in die Zukunft wirkt. Sie soll Trauer über Leid und Verlust ausdrücken, dem Gedenken an die Opfer gewidmet sein und jeder Gefahr der Wiederholung entgegenwirken.“

Dokumentarfilm wird gezeigt

Der Verein Mahn- und Gedenkstätten im Landkreis Ludwiglust-Parchim e. V. erinnert mit einer Gedenkveranstaltung am 27. Januar in Ludwigslust an die Opfer der Hitlerdiktatur, denn die Auseinandersetzung mit der nationalsozialistischen Vergangenheit ist ein Grundsatz der Bildungsarbeit des Vereins Mahn- und Gedenkstätten im Landkreis Ludwigslust- Parchim e. V. Deshalb wurde gemeinsam mit der Stiftung der Sparkasse Mecklenburg-Schwerin auch das Projekt „Hingucken und Einmischen“ entwickelt. Ein Baustein war im vergangenen Jahr das Medienprojekt „Spuren der Vergangenheit-Ludwigslust 1933 bis 1945“ von Schülern der Regionalschule Rastow mit Mirko Schütze von der Sophie Medienwerkstatt Hagenow und mit Unterstützung der Leiterin der Mahn- und Gedenkstätten Wöbbelin. Der Dokumentarfilm wird anlässlich des Gedenktages am 27. Januar 2016 um 11:45 und um 18:30 Uhr im Saal des Rathauses in Ludwigslust in Anwesenheit der Zeitzeugen Dieter Ueltzen und Reinhard Heißner gezeigt.

Einweihung der Gedenkstätte Am Bassin nach Neugestaltung

Die öffentliche Gedenkveranstaltung beginnt um 11 Uhr an der Gedenkstätte Am Bassin mit der Einweihung der Gedenkstätte, die zum Teil neu gestaltet wurde und einer Kranzniederlegung. Mit Unterstützung des Vereins Mahn- und Gedenkstätten im Landkreis Ludwigslust-Parchim e. V. und finanzieller Zuwendung der Sparkasse Mecklenburg –Schwerin hat die Stadt Ludwigslust zwei Informationsstelen aus Stahl mit historischen Fotos von 1945 aufstellen sowie drei Klinkerpodeste mit Informationstafeln setzen lassen. Der Bürgermeister der Stadt Ludwigslust, Reinhard Mach, erinnert an diesem Ort an die 200 Opfer des KZ Wöbbelin, die am 7. Mai 1945 auf Befehl der amerikanischen Militärbehörden hier bestattet wurden.

Gedenkveranstaltung im Rathaus in Ludwigslust

Nach der Kranzniederlegung wird die Veranstaltung im Saal des Rathauses Ludwigslust fortgesetzt. Landrat Rolf Christiansen spricht zum Gedenken an alle Opfer des Nationalsozialismus, auch der Region, an die Opfer der KZ-Außenlager Neustadt-Glewe, Boizenburg und Wöbbelin sowie an die vielen Opfer der Todesmärsche, die in den letzten Monaten und Tagen des Zweiten Weltkrieges quer durch Deutschland getrieben wurden. Zwischen Parchim, Schwerin und Ludwigslust endete der Marsch der Häftlinge der Konzentrationslager Sachsenhausen und Ravensbrück. Nach der Vorführung des Dokumentarfilmes „Spuren der Vergangenheit“, der auch auf die zivilen Opfer in Ludwigslust verweist, werden die weiteren Maßnahmen zur würdevollen Gestaltung der Ludwigsluster Gedenkorte und Ehrenfriedhöfe und das Filmprojekt „ Ludwigslust 1927 bis 1937“ durch den Bürgermeister der Stadt, Reinhard Mach, und die Leiterin der Mahn- und Gedenkstätten Wöbbelin, Ramona Ramsenthaler, vorgestellt.

Eine zweite Filmvorführung in Anwesenheit der beiden Zeitzeugen Reinhard Heißner und Dieter Ueltzen findet um 18:30 Uhr im Saal des Rathauses statt.

Es wird um Anmeldung gebeten: Tel. 038753/80792, Fax: 038753/88342 oder info@gedenkstaetten-woebbelin.de

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