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Führung zum Weltfriedenstag in den Mahn- und Gedenkstätten Wöbbelin

2019-09-01 11:00

Mit dem deutschen Überfall auf Polen begann am 1. September 1939, vor genau 80 Jahren, der Zweite Weltkrieg. Seit 1946 wurde dieser Tag in der Sowjetischen Besatzungszone, seit 1950 in der DDR als „Weltfriedenstag“ und in der Bundesrepublik Deutschland seit den 50er Jahren als „Antikriegstag“ begangen. Die westdeutsche Initiative für diesen Gedenktag ging vom Deutschen Gewerkschaftsbund (DGB) aus, der erstmals am 1. September 1957 unter dem Motto „Nie wieder Krieg“ zu Aktionen aufrief.

In Ost und West wurden seitdem Veranstaltungen organisiert, um der Opfer aller Kriege zu gedenken und daran zu erinnern, dass es in vielen Ländern dieser Welt noch immer Krieg gibt. Auch im wiedervereinigten Deutschland wird jährlich an die Schrecken von Krieg und Gewalt erinnert, so auch 80 Jahre danach. Noch nie hat es für Deutschland, für Europa eine so lang andauernde Friedenszeit gegeben. Noch nie war die Anzahl der Kriege in der Welt so hoch. Noch nie war der Frieden aufgrund der Konflikte zwischen den Nationen, auch der soziale Frieden, so bedroht! Gerade deshalb ist eine Forderung 80 Jahre nach Ende des Zweiten Weltkrieges eine Politik zu betreiben, die nicht auf die Lösung von Problemen durch das Militär setzt! Die vielen kriegerischen Konflikte in der Welt zeigen, wie wichtig es ist, den Frieden zu sichern.

Die Mahn- und Gedenkstätten Wöbbelin vermitteln in ihrer Arbeit zum einen die Geschichte des KZ Wöbbelin, des zuletzt eingerichteten Außenlagers des KZ Neuengamme, zum anderen sind Schwerpunkte der historisch-politischen Bildung auch die Auseinandersetzung mit Krieg und Gewalt, Diskriminierung und Verfolgung. Dabei werden stets Bezüge zur Gegenwart hergestellt und junge Menschen im Umgang mit menschen- und demokratiefeindlichen Bestrebungen sensibilisiert. Erinnerungsarbeit ist immer auch als Prozess der Reflektion eigener Standpunkte und Haltungen zu begreifen.

Gedenkstätten sind Orte politischer Bildung und Demokratieerziehung. Die Menschenrechte bilden die Basis der Vermittlungsarbeit, dazu gehört das Recht auf Freiheit und auf Frieden. Frieden ist ein unschätzbarer Wert. Gewalt und Krieg sind keine Mittel zur Lösung von Konflikten weder im Kleinen noch in der großen Politik!

Am diesjährigen Weltfriedenstag, dem 1. September 2019, findet um 11 Uhr eine Führung in den Mahn- und Gedenkstätten Wöbbelin statt, Thema: Das Kriegsende in Südwestmecklenburg.

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