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Erinnerung an die Opfer des Nationalsozialismus – 75 Jahre danach

2020-01-26 14:30

Der Verein Mahn- und Gedenkstätten im Landkreis Ludwigslust-Parchim e. V. und die Stadt Ludwigslust erinnern am Gedenktag für die Opfer des Nationalsozialismus an alle Opfer des nationalsozialistischen Rassenwahns und des Völkermordes.Der Tag des geht zurück auf den Tag der Befreiung des Konzentrationslagers Auschwitz durch die Rote Armee am 27. Januar 1945.

Bereits am Sonntag, dem 26. Januar 2020, findet um 14:30 Uhr an der Gedenkstätte „Am Bassin“ eine Gedenkveranstaltung mit Kranzniederlegung statt. Zum Gedenken spricht der Bürgermeister Reinhard Mach. Im Anschluss wird im Gespräch mit den beiden Kindern und Filmproduzenten Katharina und Markus Trebitsch die beeindruckende Lebensgeschichte Gyula Trebitschs vorgestellt.Im Mittelpunkt steht sein Weg vom Verfolgten des NS-Regimes zu einem der wichtigsten Filmproduzenten Deutschlands. Die Veranstaltung findet in Kooperation mit der Stadt Ludwigslust im Lichthof des Rathauses, Schlossstraße 38, statt.

Trebitsch wurde 1914 als Sohn einer jüdischen Familie in Budapest geboren und ist dort aufgewachsen. Nach seiner Verhaftung und der Zwangsarbeit im jugoslawischen Bor kam er im November 1944 (zu Fuß) in das KZ Sachsenhausen und von dort in das Ravensbrücker Außenlager Barth. Im Frühjahr 1945 wurde er von dort in das Krankenrevier des KZ Ravensbrück überstellt. Das Lager wurde Ende April geräumt und ein Zug mit männlichen jüdischen Häftlingen in das KZ Wöbbelin geschickt. Am 2. Mai 1945 wurde Gyula Trebitsch von den amerikanischen Soldaten befreit. Er blieb in Deutschland und gründete 1947 gemeinsam mit Walter Koppel in Hamburg die „Real-Film GmbH“. Aus dem Nichts schufen die beiden für eine Filmgesellschaft, die in kurzer Zeit zur bedeutendsten der jungen Bundesrepublik wurde. Der größte Erfolg der beiden Produzenten war eine Oscar-Nominierung für den Film „Der Hauptmann von Köpenick“. Mit populären Familienserien wie „Die Bertinis“ ist Gyula Trebitsch Teil der deutschen Fernsehgeschichte geworden. Als Mitglied des Fördervereins der Mahn- und Gedenkstätten Wöbbelin unterstützte er bis zu seinem Tod im Dezember 2005 dessen Arbeit als Zeitzeuge, auch in vielen Gesprächen mit Jugendlichen.

Katharina und Markus Trebitsch signieren anschließend das Buch „Gyula Trebitsch“ (10 €), welches vom Verlag Ellert & Richter heraus gegeben wurde. Die Einnahmen werden von Familie Trebitsch für die Bildungsarbeit der Mahn- und Gedenkstätten Wöbbelin gespendet.

Wir bitten Sie um Ihre Anmeldung zur Veranstaltung am 26. Januar 2020 um 15 Uhr im Rathaus Ludwigslust unter info@gedenkstaetten-woebbelin.de

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