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Einweihung der Gedenkstätte Sülstorf nach Neugestaltung

2015-11-15 14:00

Einweihung der neugestalteten Gedenkstätte Sülstorf am Sonntag, dem 15. November 2015

Neugestaltete Gedenkstätte Sülstorf
Neugestaltete Gedenkstätte Sülstorf
Zur Einweihung der Gedenkstätte Sülstorf luden Landrat und Vereinsvorsitzender Rolf Christiansen sowie Horst Busse, Bürgermeister der Gemeinde, am 15. November um 14 Uhr nach Sülstorf ein. Im Beisein vielen Gäste wurde die Gedenkstätte übergeben. Der Landrat erinnerte in seiner Ansprache auch an die Opfer des Terroranschlags in Paris. Die Anwesenden legten eine Schweigeminute ein. .

Zu Beginn des Jahres 2015 erfolgten für die Gedenkstätte Sülstorf erste Planungen auf ehrenamtlicher Basis durch die Schweriner Firma Landschaftsarchitektur Proske. Im Vordergrund stand die gärtnerische Neugestaltung der KZ- Gedenkstätte, weil die Koniferen bzw. der gesamte Bewuchs so hoch waren, dass man vom Bahnhof aus den Gedenkstein von 1951 und die gesamte Gedenkanlage nicht mehr sehen konnte.

Bürgermeister Horst Busse und die Gemeindevertretung Sülstorf beeindruckte in den folgenden Wochen und Monaten die großartige ehrenamtliche Unterstützung vieler Firmen und auch Schüler/innen. Der Dank gilt insbesondere den Firmen Landschaftsarchitektur Proske, Agp Lübesse, Erdbau Sülte, Otto Dörner mit Niederlassung in Holthusen, Kommunikationsanlagenbau Edgar Drossel sowie den Stralendorfer und Rastower Lehrerinnen und Schüler/innen für die ehrenamtliche Unterstützung bei der Neugestaltung der Gedenkstätte sowie den Gemeindearbeitern aus Sülstorf und auch der Künstlerin Dörte Michaelis.

Eine Informationsstele aus Edelstahl mit einem historischen Foto und ein Klinkerpodest mit Tafel informieren über die Geschichte der Gedenkstätte. Die Grablage wurde schlicht gestaltet und der Gedenkstein von 1951 ist nun weithin sichtbar.

Im Anschluss an die Gedenkveranstaltung fand ein Empfang im Gemeindehaus Sülstorf statt. Ramona Ramsenthaler, die Leiterin der Mahn- und Gedenkstätten Wöbbelin, zeigte den Anwesenden Fotos vom Prozess der Neugestaltung der Gedenkstätte.

Zum Hintergrund

Auf dem Nebengleis des Bahnhofes Sülstorf stand vom 13. bis zum 15. April 1945 ein Zug mit fast 4.500 männlichen und weiblichen Häftlingen. Es war der Räumungstransport aus dem KZ Helmstedt-Beendorf, einem Außenlager des KZ Neuengamme. Die Männer kamen am 15. April in das KZ-Außenlager Wöbbelin, die Frauen wurden mit dem Zug bis zum 21. April 1945 weiter in die Außenlager Hamburg-Sasel und Hamburg-Eidelstedt deportiert. Mehr als 300 Häftlinge dieses Transportes vieler Nationen und Konfessionen kamen in den drei Tagen in Sülstorf aufgrund von Mangelernährung und Misshandlungen ums Leben.

Nach der Entdeckung und Öffnung mehrerer Massengräber 1947 erfolgte die Umbettung von 53 weiblichen Opfern in Einzelgräber. Der Ehrenfriedhof wurde 1951 zu einer Gedenkstätte umgestaltet. Die Jüdische Landesgemeinde Mecklenburg ließ den Gedenkstein aus Granit setzen.

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